Gesprächsrunde mit Bischof aus Burkina Faso

Bischof aus Burkina Faso war anlässlich des Weltmissionsmonats zu Gast an der Realschule Neustift
 
Ende Oktober, im Monat der Weltmission, hatten die 9. und 10. Klassen der Columba-Neef-Realschule Neustift die Gelegenheit, einen der zahlreichen Projektpartner des internationalen katholischen Missionshilfswerks missio, Bischof Modeste Kambou, persönlich kennen zu lernen. Bischof Modeste Kambou aus dem Bistum Gaoua in Burkina Faso konnte durch die Vermittlung einer Mutter einer Zehntklassschülerin als Gast für eine interessante und kurzweilige Veranstaltung an der Mädchenrealschule gewonnen werden. Nach der Begrüßung stellte sich der Bischof den Mädchen zunächst persönlich vor, gab kurz Einblick in seine berufliche Laufbahn, erläuterte die Arbeit von missio und schilderte, auch anhand von Filmmaterial, die Lage des Landes Burkina Faso. Anschließend stand er für eine offene Diskussion zur Verfügung, an der sich die Schülerinnen interessiert beteiligten und zahlreiche Fragen stellten, die Modeste Kambou, zusammen mit seiner Dolmetscherin von der Organisation missio, ausführlich beantwortete. Dabei wurden Themen wie die Stellung der Frau, das Problem der Zwangsheirat ebenso angesprochen wie das Zusammenleben von Christen und Muslimen in dem afrikanischen Land. In den Zeiten der Globalisierung, so erläuterte Modeste Kambou, würden junge Frauen immer weniger bereits vorher bestimmte Ehepartner akzeptieren und die katholische Kirche setze sich zunehmend dafür ein, ein selbstbestimmtes Leben der Frauen im Land zu ermöglichen. Ebenso ging der Bischof der Frage nach, inwiefern sich christlicher Glaube und traditionelle Vorstellungen miteinander vereinbaren ließen. Wichtig sei ihm vor allem auch der interreligiöse Dialog zwischen den Menschen mit unterschiedlichen Religionen, so dass ein friedliches Zusammenleben in den Familien und darüber hinaus möglich sei.

In diesem Zusammenhang wurde auch deutlich, dass das interreligiöse Zusammenleben in Burkina Faso als vorbildlich gelte, ein Viertel der Bevölkerung seien Christen, über 60 Prozent Muslime, etwa 15 Prozent gehörten einer Naturreligion an. Weitere Fragen der Schülerinnen bezogen sich u. a. auf die Bräuche bei christlichen Festen wie Weihnachten oder Ostern, oder auch auf Möglichkeiten der beruflichen Zukunft von Jungen und Mädchen nach der Schule. Gemäß seiner Maxime: „Die Christen werden dann akzeptiert, wenn sie das Leben der Menschen besser machen!“ setzt sich Bischof Modeste Kambou mit viel Enthusiasmus und Elan in Burkina Faso für die Ärmsten der Armen ein. Dabei reise er viel, um die Freude über das Evangelium an die Menschen weiterzuleiten, aber auch um sich im Gespräch mit den Afrikanern den Ängsten und Sorgen der Menschen anzunehmen. Er selbst sei anfangs auf die Unterstützung der Diözese angewiesen gewesen, er habe keinen Strom und kein fließendes Wasser gehabt, was er den Mädchen auf deren Frage, ob ein Priesterleben einfacher sei als das eines Arbeiters, erklärte. Die Schülerinnen waren sichtlich beeindruckt von der Arbeit des Bischofs, äußerten ihre Solidarität, indem sie spontan in ihren Reihen Geld für die Missionsarbeit einsammelten. Aber auch im Lehrerkollegium und der Klosterfamilie zeigte man sich spendenfreudig, so dass sich der Bischof schließlich über eine großzügige Spende freuen konnte, die von Schulleiterin, Sr. Vestina Kitzhofer, zum Abschluss überreicht wurde.

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